Summits On The Air

Wer seine Outdoor-Aktivitäten (Bergwandern, Mountain-Biking, Schi-Touren, etc.) gerne mit dem Amateurfunk verbinden möchte, für den ist möglicherweise das SOTA-Programm interessant. Nachfolgend ein kurzer Überblick der dabei gebotenen Möglichkeiten.

Zweck

"Summits On The Air" [SOTA] ist ein weltweites Bewerbsprogramm für Amateurfunk von Berggipfeln. Es ist ein Diplomprogramm - kein Verein - fördert die Outdoor-Aktivität sowie den Selbstbau der Funkausrüstung.

Wer kann teilnehmen?

Jeder Funkamateur mit gültiger Lizenz kann unter Einhaltung der Regeln am SOTA-Programm mitmachen. Dabei wird nach A k t i v i e r e r (Funkamateur, welcher einen Berggipfel besteigt) und J ä g e r (Funkamateur, welcher von unterwegs oder zu Hause mit einem Aktivierer ein QSO führt) unterschieden. Für SWLs ist eine Teilnahme am SOTA-Programm ebenfalls möglich.

Welche Funkausrüstung wird benötigt?

Da alle Amateurfunk-Bänder, Betriebsarten und Leistungsklassen genutzt werden können, ist auch jeder Transceiver, der für Portabelbetrieb ausgelegt ist, geeignet. Stromversorgungen wie Batterien oder Solarzellen sind erlaubt; allerdings keine Generatoren, die mit fossilen Brennstoffen betrieben werden.

Zum Prinzip sei folgendes gesagt:

SOTA soll zum portablen Amateurfunk ermuntern. Das letzte Wegstück zum Gipfel muss aus eigener Muskelkraft überwunden werden (Wandern, Schi, Fahrrad), ein Funkbetrieb aus Fahrzeugen ist daher nicht erlaubt. Je höher ein Gipfel, umso mehr Punkte sind zu erreichen. Für eine erfolgreiche Gipfel-Aktivierung sind mindestens 4 QSOs erforderlich.

Für die Teilnahme am SOTA-Programm ist ein Internet-Zugang erforderlich, da alle QSO-Daten in einer zentralen Datenbank abgelegt werden. Neben diversen Auswertungen ist auch der Gesamtpunktestand, eine Art "Honour Roll" für Aktivierer und Jäger, aus der SOTA-Datenbank abrufbar. Als weitere Unterstützung steht ein SOTA-Cluster zur Aktivitäts-Ankündigung zur Verfügung. SOTA ist international und bereits in Deutschland, England, Frankreich, Griechenland, Irland, Nordirland, Österreich, Schottland, Schweiz, Slowenien, Südafrika, Tschechien, Ungarn, USA (W2) und Wales aktiv. Das Programm wird durch Aufnahme weiterer Länder fortlaufend erweitert.

Durch den hohen Anteil an Mittelgebirgen und hochalpinen Lagen ist Österreich für das SOTA-Programm geradezu prädestiniert. Eine allfällige Schwierigkeit besteht nicht darin, geeignete Gipfel zu finden, sondern sie aus der Fülle der Möglichkeiten (mehr als 2.500 Gipfel allein in OE) sinnvoll auszuwählen. Das Punktesystem ist daher so strukturiert, dass jeder einigermaßen fitte Bergwanderer mit entsprechender Erfahrung selbst Gipfel der oberen Höhenabschnitte erreichen kann – zumal einige der Gipfel auch Aufstiegshilfen in Form von Strassen und Seilbahnen haben.

Links und weiterführende Informationen:

Die vollständigen Gipfel-Tabellen, teilnehmende Länder/Regionen/Calls, detaillierte Datenbankauswertungen sowie weitere nützliche Informationen sind auf den SOTA-Web-Seiten abgelegt:

SOTA Web-Seite (englische Startseite): http://www.sota.org.uk
OE-Gipfelliste (PDF) & Datenbank für Österreich (gewünschte Region einfach anklicken): SOTA-OE

Sylvia, OE5YYN mailto: oe5yyn(at)gmail.com

Ausrüstung

Um SOTA zu betreiben, braucht man eine Funkausrüstung, mit der man auf direktem Weg Funkkontakt aufbauen kann, also ohne Verwendung von Relais und dergleichen. Das kann beispielsweise folgendermaßen aussehen:

Für FM-Betrieb
Handfunkgerät mit Zweitakku oder eventuell einem externen Akku für längeren Betrieb und eine externe Antenne, wie etwa eine HB9CV auf einem Stativ.

Für KW-SSB-Betrieb:
Leichtes Allmode-Gerät, z.B. ICOM IC-706MKIIG oder YAESU 817ND oder Ähnliches. Je nach Antenne ein Glasfibermast mit ca. 8 m Länge (Transportlänge 80 cm). Als Drahtantenne ein D-Zepp (wenn möglich bereits auf das gewünschte Band abgestimmt, dann wird kein Tuner zur Abstimmung benötigt) mit einem 1:1 Balun.

Für CW-Betrieb:

Zusätzlich zum Kurzwellenbetrieb eine Morsetaste / -keyer.

Für digitale Betriebsarten wie PSK31:
Zusätzlich ein Netbook oder dergleichen mit dem notwendigen Zubehör.

Im Rucksack sollte noch dabeisein

  • Wechselwäsche
  • Jause und genügend Flüssigkeit je nach Länge der Tour
  • Regen- und Sonnenschutz
  • Haube und Handschuhe (auch im Sommer!!!)
  • Verbandsmaterial
  • Mobiltelefon (Informationen zu SMS-Spots und diverse SOTA Apps (Android und iOs) siehe ÖVSV SOTA-Wiki
  • Schreibunterlage + Schreibstifte
  • Kamera, GPS, Wanderkarte
  • Ev. Reparaturkit für kleine Instandsetzungen

Mit zunehmendem Transportgewicht sollte man besonderen Wert auf einen qualitativ hochwertigen Rucksack legen, da das Gewicht eher auf der Hüfte aufliegen soll als auf den Schultern. Keinesfalls auf festes Schuhwerk verzichten!